Dichtheits- und Dichtigkeitsprüfung

Alles noch dicht?
Der Zustand der teilweise etliche Jahrzehnte alten privaten Abwasserleitungen ist oftmals besorgniserregend. Über Leckagen kann mit Schadstoffen belastetes Abwasser ausdringen und das Grundwasser verunreinigen. Beim Grundstückseigentümer liegt die Verantwortung für die Dichtheit seiner Abwasserleitungen.

  • bei Neuerrichtungen sind alle Grundleitungen auf Dichtheit zu prüfen
  • bei änderungen bestehender Abwasserleitungen sind Dichtheitsprüfungen durchzuführen
  • alle Hausbesitzer etc. müssen einen Dichtheitsnachweis bis 2025 nachweisen

Wir prüfen

  • Haltungen
  • Muffen
  • Hausanschlussleitungen
  • Grundleitungen
  • Stutzen und Abzweige
  • Schächte
  • Leichtflüssigkeitsabscheider
  • Fettabscheider

Sprechen Sie uns an, gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot für die Durchführung einer Prüfung auf Dichtheit.

Allgemeines

Aus verschiedenen Untersuchungen sowohl in Hamburg als auch in anderen Bundesländern ist bekannt, dass ca. 30 bis über 50 % der privaten Abwasserleitungen Schäden aufweisen. Die Gesamtlänge der privaten Leitungen wird bundesweit auf mindestens doppelt so hoch wie diejenige des öffentlichen Netzes eingeschätzt. Offensichtlich ist demnach durch die Versickerung von Abwasser aus Leitungsundichtheiten ein erhebliches Schadenspotential für das Grundwasser gegeben. Dies gilt für das gesamte Stadtgebiet und stellt insbesondere in Wasserschutzgebieten ein Problem dar. Die Siele der öffentlichen Abwasseranlage in Wasserschutzgebieten wurden zwischenzeitlich mit großem finanziellen Aufwand saniert, die Sanierung der anderen öffentlichen Abwasseranlagen erfolgt, soweit notwendig, nach einem von der Hamburger Stadtentwässerung festgelegten Programm. Diese Anstrengungen sind aber letztlich nur dann im Sinne eines vorbeugenden Boden- und Gewässerschutzes wirkungsvoll, wenn auch die Undichtheiten in den privaten Leitungsnetzen beseitigt werden. Für die privaten Leitungen ist ebenfalls ein erheblicher Sanierungsbedarf gegeben. Pflichtig ist hierbei der jeweilige Eigentümer.

Schadenspotential

Über undichte Leitungen können Abwasser und die darin gelösten Stoffe austreten und in das Grundwasser gelangen. Hierbei spielen vor allem Haushaltschemikalien und – in wachsendem Maße – vom Körper ausgeschiedene Arzneimittel eine große Rolle. In vielen Flüssen werden bereits Arzneimittel nachgewiesen, die in den Kläranlagen nicht zurückgehalten werden können. Auch wenn die gemessenen Konzentrationen in aller Regel noch sehr gering sind, muss diese Entwicklung mit großer Sorge betrachtet werden, da über die Langzeitwirkung auch geringer Spuren von Arzneimitteln in der Umwelt bisher wenig bekannt ist.

Um zu verhindern, dass diese bzw. andere Schadstoffe auch in den Untergrund und in das Grundwasser eindringen, sind dichte Abwasserleitungen unabdingbar.

Rechtliche Situation, Pflichten des Eigentümers

Grundsätzlich haben Leitungen zum Transport von Abwasser gemäß den Bestimmungen des Wasserrechts dicht zu sein. Hierüber hat der Eigentümer einen Nachweis zu erbringen.

Als einschlägige Norm wurde 1997 die DIN 1986-30 als Technische Betriebsbestimmung für Entwässerungsanlagen nach §15 Absatz 8 HmbAbwG (Hamburger Abwassergesetz) eingeführt. Diese Norm ist damit verbindlich anzuwenden; sie regelt u.a. die Fristen, bis zu denen Dichtheitsnachweise von den Grundstückseigentümern zu erbringen sind (Bringepflicht nach § 17b HmbAbwG), wobei Wasserschutzgebiete prioritär behandelt werden. Im Einzelnen folgen daraus für Hamburg die weiter unten aufgeführten Termine, bis zu denen spätestens erstmals Dichtheitsnachweise zu erbringen sind.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass das Nichtbefolgen dieser Vorschriften als Ordnungswidrigkeit gilt, die mit Bußgeld geahndet werden kann. Sollten über undichte Leitungen Stoffe in den Untergrund gelangen, die zu Boden- oder Grundwasserverunreinigungen führen, kann sich der Eigentümer durch die Verletzung seiner verwaltungsrechtlichen Pflichten sogar strafbar machen.

Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

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