Vier Aufnahmen einer Kanalbefahrung: Wurzeln in der Grundleitung, der entfernte Wurzelballen und der Monitor des Kamerawagens
15.08.2026
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Wurzeln in der Grundleitung: 70 Prozent zu, und niemand hat es gemerkt

Der Abfluss lief langsamer als früher. Nicht dramatisch, nicht verstopft, einfach träge. So etwas schiebt man gern vor sich her, weil es ja noch geht.

Es ging noch. Bei 17,65 Metern allerdings nur durch ein Drittel des Rohres.

Was die Kamera gefunden hat

Am 2. April 2026 sind wir die Grundleitung mit der Kamera abgefahren, gestartet am Kontrollschacht. Jeder Befund wird dabei mit der Entfernung festgehalten, damit später jeder weiß, wo genau er zu suchen hat. Diese Metermarke sehen Sie in jeder Aufnahme oben rechts.

Die ersten Meter waren unauffällig. Bei 5,49 Metern lagen Ablagerungen an der Rohrwandung, eine Mischung aus Feuchttüchern und Kalk. Unschön, aber beherrschbar.

Dann wurde es deutlich.

Kamerabild aus einer Grundleitung mit Wurzeleinwuchs, der den Querschnitt zu etwa 70 Prozent verschließt, markiert bei 17,65 Metern

Bei 17,65 Metern hing ein Wurzelbart im Rohr, der rund 70 Prozent des Querschnitts dichtmachte. Übrig blieb ein schmaler Spalt am Boden. Genau dadurch lief das Abwasser noch, und genau deshalb hatte niemand im Haus einen Verdacht.

Es blieb nicht die einzige Stelle. Bei 18,75 Metern kamen weitere Wurzeln von zwei Seiten in die Leitung, gut 17 Prozent. Bei 19,69 Metern noch einmal 7 Prozent. Und bei 21,85 Metern hing der nächste kräftige Bart, rund 45 Prozent.

Wurzeleinwuchs in einer Grundleitung mit etwa 45 Prozent Querschnittsverengung bei 21,85 Metern

Vier Stellen auf gut vier Metern Leitung. Das ist kein Zufall, sondern ein Muster.

Warum Wurzeln überhaupt ins Rohr kommen

Wurzeln suchen Wasser. In einer dichten Leitung finden sie keines, weil nichts nach außen dringt. Sobald aber eine Muffe nachgibt, ein Riss entsteht, eine Dichtung nach Jahrzehnten spröde wird, tritt Feuchtigkeit in den Boden aus. Für einen Baum in der Nähe ist das eine Einladung.

Was dann eindringt, ist zunächst haarfein. Im Rohr findet die Wurzel dauerhaft Wasser und Nährstoffe, also wächst sie weiter. Aus dem Haar wird ein Bart, aus dem Bart ein Geflecht. Und weil dieses Geflecht quer im Fließweg hängt, verfängt sich daran alles, was vorbeikommt: Fett, Papier, Feuchttücher. Der Querschnitt schließt sich von zwei Seiten.

Das erklärt auch die Reihenfolge der Befunde. Die vier Stellen liegen dort, wo die Leitung ihre Verbindungen hat. Nicht die Rohre selbst sind das Problem, sondern die Stellen dazwischen.

Deshalb reicht es nie, nur zu spülen und dann zufrieden zu sein.

Was wir gemacht haben

Die Wurzeln kommen mechanisch heraus. Wir führen ein rotierendes Werkzeug in die Leitung, das die Einwüchse abtrennt, ohne das Rohr zu beschädigen. Danach wird nachgespült, damit das abgetrennte Material vollständig aus der Leitung geht und nicht ein paar Meter weiter den nächsten Pfropfen bildet.

Aus einer Grundleitung entfernter Wurzelballen liegt neben Reinigungsgerät auf Pflastersteinen

So sah das Ergebnis aus. Was auf dem Pflaster liegt, hat vorher in der Leitung gehangen.

Danach lief die Leitung wieder auf vollem Querschnitt. Trotzdem gehört zur ehrlichen Auskunft ein zweiter Satz: Die Eintrittsstellen sind damit nicht verschwunden. Die Wurzel ist abgetrennt, der Weg ins Rohr steht weiterhin offen. Je nach Baum und Jahreszeit dauert es ein bis drei Jahre, dann ist der Bart zurück.

Wer das dauerhaft beenden will, muss an die Undichtigkeit selbst. Dafür gibt es die Rohrsanierung mit dem Kurzliner, bei der die schadhafte Stelle von innen mit einer Manschette verschlossen wird. Kein Bagger, kein aufgerissener Garten, meist an einem Tag erledigt. Wo die Wurzel keine Feuchtigkeit mehr findet, kommt sie auch nicht wieder.

Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Befund ab. Genau dafür fahren wir vorher mit der Kamera.

Wir schauen nach, statt zu raten

Eine träge Leitung hat viele mögliche Ursachen. Ablagerungen, ein Fremdkörper, ein abgesackter Rohrabschnitt, Wurzeln. Von außen sieht man keiner davon an, welche es ist. Wer ohne Bild anfängt, arbeitet auf Verdacht, und Verdacht wird auf Ihrer Rechnung bezahlt.

Mit der Kamerabefahrung liegt der Befund vorher auf dem Tisch, mit Meterangabe und Bild. Sie sehen, was wir sehen. Auf dieser Grundlage entscheiden Sie, ob eine Reinigung reicht und ob es die Sanierung braucht.

Wir sind mit Kamera und Reinigungstechnik im gesamten Großraum Lübeck unterwegs, von Travemünde über Bad Schwartau bis Stockelsdorf. Und falls Ihr Abfluss gerade nur ein bisschen langsamer läuft als sonst: Das ist der beste Zeitpunkt für einen Blick hinein. Vor dem Rückstau ist deutlich angenehmer als danach.

Sie haben ein Leitungsproblem, egal ob im Haus, im Garten, im Betrieb? Wir sind rund um die Uhr für Sie da: 0451 / 8 999 380. Schreiben Sie uns gerne auch an info@rohrreinigung-falkenhagen.de.